“Ich bin viele”

Nein ich schreibe hier nicht vom Krankheitsbild der Multiplen Persönlichkeiten.

Es geht darum, dass wir in uns mehrere Persönlichkeiten vereinen. Jede dieser Persönlichkeiten auch Teilpersönlichkeiten genannt haben eine eigene Sicht auf die Welt. Vielleicht kenen sie das, dass man in verschiedenen Situationen oder in Anwesenheit verschiedener Menschen - ganz unterschiedlich reagiert. In einem Meditations-Retreat ist es z.B. oft einfacher einen ruhigen, gelassenen Zustand länger zu halten, ist man aber wieder zu Hause nimmt einen der Alltag wieder ein und dieser Zustand ist fast vergessen. Vielleicht kennen sie das, dass sie manchmal etwas tun und sich selbst dabei beobachten und innerlich für einen Moment denken “Was mach ich da eigentlich? Wieso reagier ich jetzt so übertrieben ärgerlich?”. Oder sie haben das Gefühl jemand steht hinter ihnen und treibt sie immer wieder an zu arbeiten, sie werden aufgeregt und hibbelig, bekommen ein schlechtes Gewissen wenn sie sich mal ein bisschen Pause gönnen? Da könnte gerade ihr innerer Antreiber die Führung übernommen haben.

Das Konzept der inneren Teilpersönlichkeiten gibt es schon länger. Selbst im Schamanismus kann man die finden - so gibt es im Huna - Hawaiianischen Schamanismus auch eine Technik, in der man mit seinen drei Selbsten (KU, LONO, KANE) spricht. In der Psychologie war C.G. Jung ein Vorreiter, der u.a. dazu riet im inneren Dialog mit den Archetypen des Unbewussten zu sein. Ähnliche Vorstellungen gibt es im “Voice Dialogue nach Hal und Sidra Stone”, “The Big Mind Process - nach Genpo Roshi”, “Das innere Team nach Schulz von Thun” und Virginia Satir sprach davon die vielen eigenen inneren Gesichter kennenzulernen.

Warum ist es wichtig seine inneren Teilpersönlichkeiten zu kennen, werden sie jetzt vielleicht fragen. Es hilft ihnen sich selbst besser kennenzulernen, zu verstehen, welche Teilpersönlichkeit in welcher Situation gerade aktiv ist. Im Laufe der Zeit haben diese Teilpersönlichkeiten gewisse Aufgaben übernommen, sie tun das zu unserem Wohl und wollen uns helfen. Es ist aber manchmal so als hätte man jemanden als Kind einen Job gegeben und ihn dann arbeiten lassen ohne einige Zeit später nachzuschauen, ob diese Aufgabe überhaupt noch nötig ist. Mitlerweile kann es ja sein, dass es sogar hinderlich geworden ist. Vielleicht war es in der Kindheit z.B. überlebenswichtig immer das “liebe und gute Kind” zu sein und so kam diese Teilpersönlichkeit in den Vordergrund. Die eigne innere Wut wurde in den Schatten gedrängt und kommt vielleicht nur in Träumen zum Vorschein. Als Erwachsener Mensch kann es jetzt aber sein, dass das Muster des “lieben Kindes” sie daran hindert ihr Leben glücklich zu führen, für sich selbst auch mal energisch einzustehen. Ist es nicht anstrengend immer lieb und gut und süß sein zu müssen? Ist es nicht genauso anstrengend dann die Gefühle von Wut und Ärger zu unterdrücken? Dies sind nur wenige Beispiele, was für Teilpersönlichkeiten möglich sind. Mit ihnen zu kommunizieren hilft zu verstehen warum sie welche Aufgabe übernommen haben und zu schauen ob dies immernoch sinnvoll ist oder nicht. Lassen wir außerdem die verdrängten Anteile zu Wort kommen müssen die sich nicht mehr in negativen Gefühlen, Träumen usw. bemerkbar machen. Wie ist das mit einem Kind, dem niemand zuhört? Es wird zuerst normal auf sich aufmerksam machen wollen und hört man dann immernoch nicht zu wird das Sprechen zu einem Rufen, das Rufen zu einem Schreien und das Schreien immer lauter.

Kommen sie also mit mir auf die Reise zu ihren inneren Anteilen. Lassen sie uns gemeinsam hören, was diese zu sagen haben. Ihr Innerstes birgt die größte Weisheit und das Wissen wie Veränderung möglich ist. Nehmen sie die Vielfalt ihrer Persönlichkeit an.